Wärmepumpen gelten als Schlüssel für klimafreundliches Heizen – doch wie umweltfreundlich sind sie wirklich? Entscheidend ist, wie effizient sie arbeitet und welches Kältemittel sowie welche Wärmequelle genutzt werden. Das sollten Sie wissen, wenn Sie eine Wärmepumpe planen oder bereits besitzen.
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Das Wichtigste in Kürze:
- Wärmepumpen können klimafreundlich sein – aber nur bei hoher Effizienz und sauberem Strom.
- Eine der zentralen Kennzahlen ist die Jahresarbeitzahl (JAZ). Sie zeigt die tatsächlche Effizienz im Betrieb: Je höher, desto besser.
- Die Wahl der Wärmequelle beeinflusst die Effizienz deutlich: Grundwasser- und Erdwärmepumpen arbeiten meist wirksamer als Luftwärmepumpen.
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Wann arbeitet eine Wärmepumpe klimafreundlich?
Eine Wärmepumpe kann klimafreundlich sein, aber es kommt auf die einzelne Anlage an. Wärmepumpen gewinnen Wärme aus der Umgebungsluft, dem Grundwasser oder dem Erdreich. Diese Nutzung erneuerbarer Energien allein macht ein System aber noch nicht klimafreundlich. Da Wärmepumpen mit Strom betrieben werden, kommt ein Teil dessen noch aus klimaschädlichen fossilen Kraftwerken. Die Wärmepumpe muss also effizient laufen – also mit möglichst wenig Strom möglichst viel Wärme gewinnen.
Je mehr Strom aus Wind- und Sonnenkraft und anderen erneuerbaren Energien künftig in den allgemeinen Strommix einfließt, desto klimafreundlicher wird jede Wärmepumpe. Wenn Sie Ihre Wärmepumpe heute schon mit Ökostrom betreiben möchten, wählen Sie einen Tarif mit Label oder nutzen Sie eigenen Solarstrom vom Dach.
Was sagt die Jahresarbeitszahl über die Wärmepumpe aus?
Je effizienter eine Wärmepumpe arbeitet, desto höher ist ihre sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie beschreibt, wie viele Einheiten Wärme die Heizung im Jahresschnitt mit einer eingesetzten Einheit Strom gewinnt. Je höher die JAZ ist, desto besser.
Die JAZ 4 bedeutet zum Beispiel, dass die Wärmepumpe pro Kilowattstunde Strom im Schnitt 4 Kilowattstunden Wärme ans Haus abgibt. Ab einer JAZ von 3 gilt eine Wärmepumpe heute als effizient.
Die Effizienzangaben, die der Hersteller angibt, beruhen auf Messungen unter Laborbedingungen. In den meisten Fällen erreichen die Geräte die Laborwerte in der Praxis nicht. Entscheidend für eine gute JAZ ist daher, dass Sie sich vorab genau beraten lassen, welche Wärmequelle für Ihr individuelles Haus und Ihren Wärmebedarf optimal sind. Nach dem Einbau der Wärmepumpe und dem ersten Betriebsjahr sollten Sie die Jahresarbeitszahl im Blick behalten. Denn zum Beispiel durch Einstellungen an der Regelung oder das Abschalten des Heizstabs lässt sich teils noch nachsteuern.
Grundwasserwärmepumpen sind die effizientesten Wärmepumpen. Wie sparsam eine Anlage arbeitet, hängt von vielen Bedingungen ab.
Was sagt die Leistungszahl über die Wärmepumpe aus?
Oft wird auch die Leistungszahl (abgekürzt COP, vom englischen "coefficient of performance") angegeben. Sie benennt ebenfalls das Verhältnis von eingesetztem Strom und gewonnener Wärme und wird unter definierten Bedingungen am Teststand ermittelt.
Die Leistungszahl stellt eine Momentaufnahme dar, während die Jahresarbeitszahl, die sich ändernden Bedingungen im Jahresverlauf berücksichtigt.
Gibt es Unterschiede beim Kältemittel für Wärmepumpen?
Das Kältemittel transportiert die aufgenommene Wärme in der Wärmepumpe. Die richtige Wahl ist sehr wichtig für den Effekt der Heizung auf das Klima. Manche dieser Chemikalien verstärken in der Atmosphäre den Treibhauseffekt enorm. Sie beschleunigen also die Erderwärmung, die durch CO2-Einsparungen ja gebremst werden soll.
Das sogenannte GWP, kurz für englisch: "Global Warming Potential", deutsch "Erderwärmungspotenzial", vieler dieser Mittel ist um mehrere Tausend Mal höher als das derselben Menge CO2. Einzelne Kältemittel werden deshalb bereits nach und nach verboten und können trotz Bestandsschutz nicht mehr als zukunftssicher betrachtet werden.
Bestellen Sie ausdrücklich eine Wärmepumpe mit einem klimafreundlichen Kältemittel mit niedrigem GWP-Wert. Das sind häufig natürliche Substanzen wie zum Beispiel Propan. Es gibt aber auch künstliche Stoffe mit geringem GWP-Wert. Je geringer der Wert, desto klimafreundlicher ist die Wärmepumpe.
Welche Wärmequelle ist am effizientesten?
Am meisten Wärme pro Kilowattstunde Strom können Grundwasserwärmepumpen liefern. Dann folgen Erdwärmepumpen. Luftwärmepumpen haben theoretisch die geringste Effizienz. Wie effizient eine Anlage aber wirklich ist, hängt von vielen weiteren Faktoren ab.
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Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.